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An dem Tag, an dem Josef seinem Leben ein Ende setzen will, steht morgens eine junge Frau namens Birdie hilflos und krank vor seiner Tür. Ohne viel nachzudenken, nimmt er sie bei sich auf. Birdie bleibt zunächst verschlossenen und erzählt nichts über ihre Situation. Aber sie hofft, dass Josef anders ist als die Menschen, die ihr bislang begegnet sind und dass er letztlich Verständnis für sie aufbringen kann. Doch Josef geprägt durch seine Kindheit, hat es nie gelernt, sich in anderen Menschen hinein zu versetzen oder gar seine eigenen Gefühle auszudrücken. Seitdem seine Frau Lis ihn mit ihrem gemeinsamen Sohn verlassen hat, lebt er allein auf seinem abgeschiedenen Hof. Ihm genügen der Hof,die Tiere und die ihn umgebende Natur. Zu seinen wenigen Kontaktpersonen gehört auch die Schwester von Lis. Sein Kind aber hat er, auch wenn er es vermisst, nicht mehr wiedergesehen.
Der Roman spielt in den sechziger Jahren, einer Zeit,in der die Menschen noch von der Kriegszeit und ihren Folgen geprägt und die moralischen Vorstellungen andere sind als heute. Es ist beeindruckend, wie die Autorin für ihren Protagonisten Josef und seine Gefühlswelt sowohl als Kind als auch als Erwachsener den richtigen Ton trifft. „Nie hatte er sich die Frage gestellt, wie er eigentlich sein wollte, er hatte immer nur gewusst, wie er sein oder nicht sein sollte.“ Als Birdie mit ihren Problemen, aber auch mit ihrer Energie beim ihm einzieht, beginnt er langsam, neu auf sein Leben zu blicken.
Die Autorin hat ihren Lesern einen hoffnungsvollen Roman mit vielen klugen Gedanken geschenkt!