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Belletristik

Malacarne

Roman - Der neue Roman der Autorin von »Malnata«

Beatrice Salvioni
Malacarne

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Eine unerschütterliche Freundschaft, die vom Krieg auf die Probe gestellt wird. Und ein unbedingter Wille zum Widerstand, den die Gesellschaft nicht brechen kann.

Durch die nachtschwarzen Straßen von Monza läuft ein junges Mädchen, das Nachthemd klebt ihr am Rücken, ihre Füße sind nackt. Es ist das Jahr 1940 und Francesca hat seit vier Jahren nichts mehr von ihrer besten Freundin Maddalena gehört. Seit dem Tag, an dem diese weggesperrt wurde. Und auch Francescas Leben ist aus den Fugen geraten: Das Haus ihrer Eltern betritt sie nicht mehr, ihre Mutter schimpft sie eine »Malacarne«, eine durch und durch Verkommene. Dann endlich kehrt Maddalena in den Ort zurück. Äußerlich kaum verändert, ist sie doch eine völlig andere. Ein unüberwindbarer Graben scheint die Freundinnen zu entzweien. Während Italien in den Krieg eintritt, müssen sie sich entscheiden: füreinander einstehen oder für immer getrennte Wege gehen?

Mit ungeheurer erzählerischer Kraft entführt uns Beatrice Salvioni in das Italien der 1940er-Jahre. Die Geschichte zweier unzertrennlicher Freundinnen, die die Fesseln ihrer Zeit sprengen wollen, auch wenn es sie alles kostet.

Empfohlen von Barbara Stöcker

Barbara Stöcker

Der Roman beginnt im Jahre 1940, als die 17-jährige  Francesca Hals über Kopf ihr zu Hause verlässt und bei einem Freund Unterschlupf sucht. Zuvor hatte sie zu ihrem großen Entsetzen herausgefunden , dass ihr Vater entgegen sein Versprechen über vier Jahre all ihre Briefe anstatt an ihre Freundin Maddalena  weiterzuleiten,  lediglich aufbewahrt hatte. Als Kinder waren die beiden unzertrennlich gewesen. Francesca bewunderte den unbändigen Willen und Freiheitsdrang ihrer Freundin. Nachdem Maddalena  sich jedoch 1936 selbst bezichtigt hatte , einen jungen Mann getötet zu haben, wurde sie in eine Heilanstalt eingewiesen. Dieser Teil der Geschichte  wird in dem Vorgängerroman erzählt, wobei jedoch beide Bücher durchaus unabhängig voneinander gelesen werden können. 

Als Maddalena aus der Nervenheilanstalt entlassen wird, wünscht sich Franziska, in ihr die alte Freundin wieder zu finden. Aber der  Aufenthalt in der Klinik mit ihren unmenschlichen  Zuständen hat Maddalena  verändert. Während Francesca versucht,  sich ihrer Freundin wieder anzunähern, sind sie und ihre Freunde aufgrund der politischen Situation gezwungen, Stellung zu beziehen. Denn im Ort gewinnen zunehmend die Faschisten die Oberhand und der Krieg rückt näher. 

Der Roman ist eine spannende Geschichte über die Freundschaft, junger Menschen und insbesondere zweier Frauen in einer Zeit, die von einem  konservativen Frauenbild  geprägt ist  sowie  durch große politischen Unsicherheiten und Umwälzungen erschüttert wird. 

Das Buch zieht einen rasch in seinen Bann und nur zu gerne würde man am Ende den jungen Menschen in ihrem Leben weiter folgen.