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Was in diesem Roman Fiktion ist und was der Wahrheit entspricht, ist nicht immer eindeutig. Aber Gregor Sander lässt den zunächst noch jungen Heinrich für den Leser lebendig werden. Wunderbar beschreibt er, wie Heinrich in dem kleinen, mecklenburgischen Dorf Ankershagen in ärmlichen Verhältnissen aufwächst. Seine große Liebe ist schon in Kindertagen Minna, die Tochter eines Gutsverwalters. Mit ihr erlebt er die schönsten Stunden seiner Kindheit. Sein Vater hingegen ist der Pfarrer des Dorfes, der seine Frau und Kinder gerne züchtigt und ihnen kaum Freiraum lässt. Die Zustände zu Hause werden immer schwieriger. Später wird Heinrich Schliemann Ankershagen verlassen. Trotz seiner geringen Schulbildung schafft er es, mit viel Geschick und einer ausgeprägten Begabung für Sprachen reich zu werden. Als Kaufmann und Banker treibt es ihn über die Niederlande nach Petersburg, Panama und Paris, wobei sich in ihm zunehmend der Wunsch entwickelt, die Ruinen von Troja zu finden. Denn er glaubt fest daran, dass die Dichtung des Homers der Realität entspricht. Mit großer Lebendigkeit beschreibt Gregor Sander dieses schillernde Leben eines der größten archäologischen Entdecker. Nicht alles, was der Autor uns in diesem Buch erzählt, ist historisch belegt. Aber Schliemann selber war ein Geschichtenerzähler und hat sein Leben nachgewiesener Maßen gerne inszeniert und in seinen Büchern ausgeschmückt. „Die Menschen lieben Geschichten, und so sollten sie sie bekommen.“ , ein Zitat aus einem Tagebuch von Heinrich Schliemann. Und mit diesem Roman von Gregor Sander erhält nun auch der heutige Leser eine wunderbare Geschichte über Heinrich Schliemann.