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Belletristik

Troja, später Nachmittag

Roman

Gregor Sander
Troja, später Nachmittag

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Ein packender, psychologisch nuanciert erzählter Roman über den Aufstieg Heinrich Schliemanns zum Star-Archäologen

Von Ankershagen in die Welt: Als der junge Heinrich in seinem mecklenburgischen Heimatdorf zum ersten Mal von der »Ilias« hört, ahnt er noch nicht, dass dieses Buch sein Leben entscheidend prägen wird. Doch aus dem Pfarrerssohn, der sich vor den Schlägen des Vaters in Träumereien flüchtet, wird einmal der Weltstar Heinrich Schliemann werden, der Entdecker des mutmaßlichen Troja und Begründer der modernen Archäologie. Als Kaufmann häufig auf Reisen, verschlägt es ihn von Amsterdam über Sankt Petersburg, Sacramento und Panama bis nach Griechenland, wo sich Schliemann auf die fieberhafte Suche nach dem Palast des Odysseus begibt. Halt findet er stets im Austausch mit seiner Kindheitsfreundin und großen Liebe Minna Meincke – Minna, die einen anderen Mann geheiratet hat und zu der trotz vieler Kilometer Entfernung die Nähe nie abreißt.

In rasantem Tempo und voller Witz zeichnet Gregor Sander das bewegte Leben der Ausnahmeerscheinung Heinrich Schliemann nach. Ein opulenter, sinnlicher und spannungsreicher Roman über das Suchen und Finden.

Empfohlen von Barbara Stöcker

Barbara Stöcker

Was in diesem Roman Fiktion ist und was der Wahrheit entspricht, ist nicht immer eindeutig. Aber Gregor Sander lässt den zunächst noch jungen Heinrich für den Leser lebendig werden. Wunderbar beschreibt er, wie Heinrich in dem kleinen, mecklenburgischen Dorf Ankershagen in ärmlichen Verhältnissen aufwächst. Seine große Liebe ist schon in Kindertagen Minna, die Tochter eines Gutsverwalters. Mit ihr erlebt er die schönsten Stunden seiner Kindheit. Sein Vater hingegen ist der Pfarrer des Dorfes, der seine Frau und Kinder gerne züchtigt und ihnen kaum Freiraum lässt. Die Zustände zu Hause werden immer schwieriger. Später wird Heinrich Schliemann Ankershagen verlassen. Trotz seiner geringen Schulbildung schafft er es, mit viel Geschick und einer ausgeprägten Begabung für Sprachen reich zu werden. Als Kaufmann und Banker treibt es ihn über die Niederlande nach Petersburg, Panama und Paris, wobei sich in ihm zunehmend der Wunsch entwickelt, die Ruinen von Troja zu finden. Denn er glaubt  fest daran, dass die Dichtung des Homers der Realität entspricht. Mit großer Lebendigkeit beschreibt Gregor Sander dieses schillernde Leben eines der größten archäologischen Entdecker. Nicht alles, was der Autor uns in diesem Buch erzählt, ist historisch belegt. Aber Schliemann selber war ein Geschichtenerzähler und hat sein Leben nachgewiesener Maßen gerne inszeniert und in seinen Büchern ausgeschmückt. „Die Menschen lieben Geschichten, und so sollten sie sie bekommen.“ , ein Zitat aus einem Tagebuch von Heinrich Schliemann. Und mit diesem Roman von Gregor Sander erhält nun auch der heutige Leser eine wunderbare Geschichte über Heinrich Schliemann.