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Belletristik

Frag nach Susan

Roman

Souvankham Thammavongsa
Frag nach Susan

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»Ich lebe in einer Welt voller Susans. Alle, die hier im Nagelstudio arbeiten, bekommen ein Namensschild von mir, und auf jedem Namensschild steht ›Susan‹.«

Die pensionierte Boxerin Ning arbeitet im Nagelstudio. Bei »Susan’s« tragen alle Angestellten schwarze, mittellange Haare, schwarze Jeans, schwarze T-Shirts, schwarze Schuhe – und den Namen Susan. Die Kundschaft kann ihre echten Namen ohnehin nicht aussprechen, geschweige denn auseinanderhalten. An einem scheinbar gewöhnlichen Sommertag feilen, schneiden, lackieren, lachen, nicken und plaudern die Susans, doch hinter ihrem Lächeln verbergen sich Spannungen, Ängste und unerfüllte Wünsche. Ning führt mit unbestechlicher Klarheit durch ihren Arbeitsalltag, die Herabwürdigungen durch Kundinnen und die Machtspiele, die sie bei Laune und am Leben halten.

»Frag nach Susan« erzählt mit bissigem Witz von lackierten Nägeln, von Klassenkämpfen und inneren Kämpfen – und fordert schließlich eine Abrechnung mit der Art und Weise, wie die privilegierte Welt auf Frauen wie Ning blickt.

»Was für ein Nagelstudio. Unter den perfekt lackierten Nägeln brennt es.« Katja Oskamp

Empfohlen von Anna Bougé

Anna Bougé
Früher war Ning Profiboxerin, heute ist sie Chefin eines Nagelstudios. Dort heißen alle „Susan“, haben schulterlanges schwarzes Haar und tragen die gleichen Klamotten.Ning will es so, da sie der Meinung ist die Kundschaft könne sie sowieso nicht auseinanderhalten und so ist es einfacher. Sie selber ist die „Ober Susan“. Als eine der  Susans mit zu langem Haar kommt, wird dieses kurzerhand abgeschnitten. Streng achtet sie darauf, den Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden. Auch wenn die Susans hier und da in ihrer eigenen Sprache über diese reden, soll jeder mit einem guten Gefühl nach Hause gehen. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive, man begleitet Ning einen ganzen Arbeitstag lang. Eine neue Susan wird eingearbeitet, man lernt die anderen Susans und ihren Alltag kennen. Auch über Ning erfährt man einiges aus ihrem früheren Leben. Warum man nur selten hinter ihre harte Schale blicken kann, und warum sie einen trockenen Ton sowie einen bissigen Humor hat.Ein kurzweiliges Buch, das man trotz des ungewöhnlichen Settings gerne liest.