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Belletristik

Mit beiden Händen den Himmel stützen

Roman | Longlist für den deutschen Buchpreis 2026

Lilli Tollkien
Mit beiden Händen den Himmel stützen

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Eine Kindheit und Jugend im Ausnahmezustand und ein Mädchen, das zur Heldin der eigenen Geschichte wird. 

Lale wächst in den 80ern in einer Berliner Männer-Kommune auf, in der Partys gefeiert und Revolutionen geplant werden. Sie darf wach bleiben, solange sie will, Süßigkeiten essen und ewig fernsehen. Doch sie sehnt sich nach Geborgenheit und Verlässlichkeit, während ihre eigenen Grenzen immer wieder übertreten werden. Auf dem schmalen Grat zwischen Freiheit und Vernachlässigung sucht Lale ihren Weg, taumelt an den Rändern und findet Jahre später Halt im Erzählen selbst.

Authentisch, verletzlich, von poetischer Spannkraft.

»Lilli Tollkien schreibt mit einer Wucht, die man kaum erträgt – und gerade deshalb lesen muss.« Mareike Fallwickl

»Nach der ersten Seite war ich erschüttert, nach dem ersten Kapitel gefesselt. Ein Roman von unwahrscheinlicher Gravitation, ein seltenes Juwel.« Edgar Rai

Empfohlen von Barbara Stöcker

Barbara Stöcker

Der Roman beginnt damit, wie es sich für die Ich-Erzählerin Lale anfühlt, als ungeborenes Baby in den Bauch ihrer schwangeren Mutter zu sein. Ihre Mutter ist drogenabhängig. In der 32. Woche kommt das Kind zur Welt, vor der Entbindung besorgt der Vater ihrer Mutter noch Heroin. Da der Vater eine Gefängnisstrafe absitzen muss, wird Lale zunächst in die Obhut des Jugendamtes gegeben. Nach kurzer Zeit im Kinderheim nimmt ein Freund des Vaters sie als Pflegekind auf. Fortan lebt Lale in einer Wohngemeinschaft mit  vier Männern. Sie sympathisieren mit Revolutionären und Anarchisten, feiern Partys mit Drogen und Alkohol. Für den Leser ist es unvorstellbar, wie in dieser Umgebung ein Kind aufwachsen kann,  insbesondere unter der Vorstellung, dass dies die Kindheit der Autorin war. Man folgt gebannt, wie sie versucht, sich als Heranwachsende zurechtzufinden, ihrem schwierigen und letztlich doch erfolgreichen Weg durch die Schule und den gescheiterten Versuchen, einen Beruf auszuüben. Es fehlt „eine verbindliche Beziehung zur Realität“, wie Lale es selber ausdrückt. Letztlich schafft sie es aber offensichtlich, diese aufzubauen. Denn sonst hätte sie niemals ein so beeindruckendes Buch schreiben können!