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Ein Tag im Leben von sechs Astronauten.16 Mal am Tag umkreisen sie in 400 km Höhe mit ihrem Raumschiff auf verschiedenen Umlaufbahnen die Erde, 16 mal geht die Sonne auf, jedes Mal unterlegt mit einem akustischen Peitschenhieb.
Ich fand sehr spannend, wie sich ein Leben in der Schwerelosigkeit und auf engstem Raum auf den Körper und den Geist auswirken. Zu den massiven körperlichen, teilweise irreversiblen, Veränderungen nimmt auch das Denken, losgelöst von der Erde, eine andere Perspektive ein. So etwas wie Demut wird erkennbar. Spannend erzählt die Autorin von dem streng geregelten Tagesablauf der zwei Frauen und der vier Männer unterschiedlicher Nationalität. Das Leben in der engen Raumstation ist für alle auch mental sehr beschwerlich. Die Astronauten haben kaum Privatsphäre und vermissen ihre Familien. Trotzdem empfinden sie die unglaubliche Schönheit und Fragilität unseres blauen Planeten. Die Autorin beschreibt dies alles in einer berührenden und poetischen Sprache, und ich konnte den Roman gar nicht mehr aus der Hand legen. Irgendwann werde ich Umlaufbahnen noch einmal lesen.
Samantha Harvey erhielt 2024 den Booker Prize für "Umlaufbahnen".