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Circa 545 n. Chr. im historischen China der Nördlichen und Südlichen Dynastien treffen wir auf den aufrichtigen daoistischen Priester Shen Qiao und den zwielichtigen dämonischen Kultivierer Yan Wushi.
Yan Wushi teilt Menschen in zwei Kategorien ein: uninteressanten Abschaum und mögliche Rivalen. Wahre Freundschaften oder ehrliche Absichten existieren in seiner Welt nicht. Er ist gerissen, unglaublich zynisch und bekannt als Leiter einer der drei dämonischen Schulen: der Huanyue-Schule.
Shen Qiao hingegen sieht immer das Gute im Menschen. Er ist gutmütig und moralisch integrier, doch gerade diese Eigenschaften werden oft mit Naivität verwechselt. Trotz seiner ernsten, doch gelassenen Art ist er ein starker Kampfkünstler und zugleich der Leiter der daoistischen Schule auf dem Xuandu-Berg. Beide Menschen sind von Grund auf verschieden und dennoch:
Yan Wushi möchte Shen Qiao zeigen, dass nicht nur er selbst, sondern jeder Mensch Böses in sich trägt, und schmiedet Pläne. Ob seine These wahr ist, muss er Shen Qiao beweisen – ganz unabhängig davon, ob dieser möchte oder nicht.
Ein großer Bestandteil der Geschichte ist der politische Hintergrund der zwei rivalisierenden Reiche (Nördliche und Südliche Dynastie), aber natürlich auch der Aspekt der Kampfkunst und der dazugehörigen Schulen und Sekten. Eine perfekte Mischung aus einer rauen historischen Realität, Fiktion und einer aufblühenden Liebesgeschichte.
Die gesamte Reihe besteht aus 5 Bänden, wobei Band 5 circa ab der Hälfte aus Nebengeschichten besteht, welche die Tiefe der später resultierenden Beziehungen zeigen.
Anders als bei den Danmeis, die ich in der Vergangenheit bereits gelesen habe, fokussiert sich Thousand Autumns nicht auf die entstehenden Liebesbeziehungen, ganz im Gegenteil. Diese Reihe ist die Definition von Slow Burn. Die Welt, das heißt die Kampfkunst, die Politik, der geschichtliche Aspekt und die zwischenmenschlichen Beziehungen, ist hier der Hauptplot. Von Fremden zu Freunden, zu Feinden, wieder zu Freunden und bis zum Schluss. Eine Liebesgeschichte scheint weit entfernt (oder auf der letzten Seite).
Dennoch denke ich, dass auch klassische Danmei-Leser diese Reihe lesen sollten; es lohnt sich definitiv, sie bis zum Ende zu lesen.