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Belletristik

Brandung

Roman | Ein rätselhafter Todesfall an der französischen Atlantikküste und eine Frau, die von ihrer verdrängten Vergangenheit überwältigt wird

Maylis de Kerangal
Brandung

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Am Hafen von Le Havre wird ein Mann tot aufgefunden. In der Jackentasche ein Kinoticket und auf dessen Rückseite ihre Telefonnummer. Sie erhält einen Anruf des ermittelnden Polizisten. Nur: Was soll sie – Synchronsprecherin in Paris, Mutter und Ehefrau – mit diesem ermordeten Mann in der 200 Kilometer entfernten Stadt zu tun haben?
Sie reist sofort nach Le Havre. Verlangt, die Leiche zu sehen. Angelangt in der Stadt ihrer Kindheit, begegnet sie unwillkürlich den Bildern ihrer Vergangenheit. Der Hafenkai, das Lichtspielhaus, jeder Ort trägt Spuren vergessener Episoden. Und immer mehr drängt sich ihr die Erinnerung an ihre erste verlorene Liebe auf. Was, wenn der Tote diese Jugendliebe ist, die damals von heute auf morgen wie vom Erdboden verschwunden war?


Ein mysteriöser Tod, eine Spurensuche an den Orten der Jugend und eine Hafenstadt, in der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschwimmen. In ihrem literarischen psychologischen Thriller Brandung verwandelt Maylis de Kerangal einen Kriminalfall in einen Schauplatz innerlichen Aufruhrs und biografischer Erkundungen.

Empfohlen von Thomas Coenen

Thomas Coenen
Mit ,,Brandung“ hat Kerangal eine sprachlich wunderschöne Geschichte geschrieben, die ihre Hauptfigur zurück in die alte Heimatstadt Le Havre führt. Ein Toter wurde am Strand gefunden und als einziger Hinweis, führt der Mann eine Kinokarte mit ihrer Telefonnummer mit sich. Nach der Befragung im Kommissariat wandert sie durch die Stadt, erinnert sich, forscht nach und trifft Personen aus ihrer Vergangenheit. Kerangal erzählt einfühlsam und man beginnt eine Reise mit ungewissem Ausgang. Gleichzeitig erfährt man etwas über Le Havre, aktuelles, sowie historisches und taucht die eher triste Stadt in ein strahlendes Licht.